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Warum Glücksspiel eine gesunde Sucht sein (kann)

Machen wir uns nichts vor, Glücksspiel kann süchtig machen. Diesen Satz hören wir immer wieder. Und tatsächlich stimmt er. Da müssen wir niemanden belügen. Allerdings ist das auch nur die eine Seite der Medaille. Schließlich löst Glücksspiel Glücksgefühle aus.

Die Sucht nach Erfolg, der Wunsch zu gewinnen ist tief in uns verankert und so schnell nicht zu lösen. Aufgrund dessen sorgen Regierungen auf der ganzen Welt für immer mehr Einschränkungen, auch wenn die Industrie, die hinter dem Glücksspiel steckt, ein wesentlicher Wirtschaftszweig ist. Doch wieso wird uns nur gesagt, dass Glücksspiel schädlich ist, anstatt einen verantwortungsvollen Umgang in Kombination mit einer Anleitung, wie diese Verantwortung auszusehen hat, zu predigen? Wir haben uns mal an einem Beispiel versucht und gleichzeitig versucht euch vor Augen zu führen, wozu andere Süchte führen können.

Die erste Regel, die man sich auferlegen kann und sollte ist die, sich vorher einen Überblick über seine finanzielle Situation zu verschaffen. Niemand sollte über seinen Limits spielen, das ist ganz klar. Der Mensch braucht Grenzen. Aber innerhalb dieser Limits sollte man tun und lassen dürfen, was man will, wenn man Herr seiner Sinne ist. Daraus haben sich in einer neuen deutschen Regelung Einzahlungs- und Spiellimits ergeben, die mittels einer Bonitätsprüfung angehoben werden können, falls nötig. Demnach ist man hier schon auf dem richtigen Weg, um ein gesundes Vergnügen zuzulassen.

Die zweite Regel ist, dass man nur dann spielt, wenn man wie schon erwähnt Herr seiner Sinne ist. Das klingt zwar denkbar einfach, ist aber weitaus komplizierter als es scheint. Wir lassen uns schließlich alle sehr schnell von einzelnen Ablenkungen aus der Konzentration reißen. Eigentlich gilt beim Glücksspiel das Gleiche, wie wenn ihr Auto fahrt: Zu laute äußere Einflüsse, entweder durch Freunde, durch Musik oder durch zu schrille Kulissen senken eure Konzentration und ziehen sie woanders hin, als sie eigentlich sein sollten. Gleichzeitig solltet ihr nüchtern sein. Warum? Weil Alkohol dazu führt, dass man sich selbst ganz schnell überschätzt. So überzieht ihr eure Limits, werdet selbstsicher und bleibt nicht bei der Strategie, die ihr euch vorher ausgedacht habt, auch wenn sie vielleicht wirklich klug war. Allerdings sind die Gefahren in einem humanen Rahmen, wenn man sich an diese Regeln hält.

Wir alle waren aber schon einmal in Kontakt mit Süchten, die weitaus abhängiger machen als es Glücksspiel tut. Zucker beispielsweise löst ein Gefühl der Belohnung im Hirn aus, so entsteht der Gedanke des „Mehr-Brauchens“ und wir kommen nicht mehr davon weg, auch wenn wir so ungesundes Fett ansetzen und weit weniger fit sind, als wir es sein könnten. Alkohol macht euphorisch und gleichzeitig nicht mehr zurechnungsfähig, wenn man den Rausch übertreibt. Hier gibt es aber keine Konsumlimits, sondern es wird auf die Vernunft der Menschheit gebaut.

Fazit ist, dass Süchte mit Vernunft und einem klaren Kopf klein gehalten werden können. Wir verharmlosen nichts, wir vergleichen nur. Glücksspiel kann und darf genauso Spaß machen wie.